Bis zur wirtschaftlichen Demokratisierung

Komplementärwährungensysteme, solidarische Wirtschaft, Altermondialismus…

Zinssatz und langfristige Projekte

Der aktuelle Zinseszins ist verantwortlich nicht nur für das, was ich im letzten Artikel dargestellt habe, sondern auch für den willkürlichen Geltström in kurzfristige Projekte, während jene mit einem längeren Zeitraum es ganz schwierig findet, genug finanziert zu werden. Stefan Brunnhuber, ein anderer Deutscher, der diese Frage geheftet hat, gibt ein klares Bild darüber in seinem Buch "Wie wir wirtschaften werden."

Sagen wir, dass Sie eins von zwei Projekte zu wählen haben: zu welchem Projekt würden Sie investieren?

a) ein € 10 Kiefer, der zum €100 in 10 Jahren wachst

b) ein € 10 Eichenbaum, der zum €1 000 in 100 Jahren wachst

Dies erklärt, warum die Unternehmer in China hineingehen, um neue Fabriken aufzustellen, weil man mit baltigem Gewinn rechnen kann. Die langfristige Projekte wie Wiederaufforstung und Ausbildung sind unwahrscheinlich, die Aufmerksamkeit der Geschäftswelt zu rufen, weil sie in diesem Rahmen nicht gewinnbringend sind.

<>Aber dieses Paradigma wird eine wesentliche Änderung sehen, wenn der Zinssatz sich verändert: die künftige Vermögenswerte können geschätzt werden, statt an Wert verloren zu haben, falls es einen negativen Zinssatz geben sollte. Wird der Kiefer wert sein € 162,89 statt € 61,39 und der Eichenbaum € 131,501.26 statt € 7,60 mit 5% negativen Zinssatzes.  Dies wird langfristige Projekte oder jene begünstigen, die aus Gewinn ständig erbringen werden und ermöglichen, dass mehrere Projekte finanziert werden.

Aber wie können wir einen negativen Zinssatz ermöglichen? Nächstes Mal würde ich mich mit dieser Frage gern beschäftigen.

Mai 1, 2006 - Verfasst von mig76fr | Geldtheorien | | Noch keine Kommentare

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