Besuch zu Wörgl, Österreich
Am 03.11.2006 besuchte ich das Unterguggenbergerinstitut in Wörgl, Tirol, Österreich und hatte ein Gespräch mit Frau Veronika Spielbichler über die historische Erfahrung der „Arbeitswertscheine“ im 1930er Jahren und über die heutige Projekte.
Das, was ich vor allem bemerkte, wenn ich am Bahnhof Wörgl ankam, waren die Meilensteine. Der 01.01.0001 AD ist willkürlich gewählt, als der Tag, wenn €1 mit 3% pro Jahr von Zinseszin deponiert ist, und die historische Ereignisse(Z.B. Zerstörung Jerusalems, Konzil von Nicäa, Die Eroberung von Konstantinopel von die Türken und Sturm auf die Bastille eröffnet französische Revolution), werden immer mit dem Betrag gezeigt, wieviel dieser €1 bisher gewachsen würde(am Ende kann man sogar nicht sagen, wie diese Nummer man aussprechen soll). Natürlich werden die Veröffentlichung des Buches „Die Natürliche Wirtschaftsordnung”(Buch / Meilenstein) im Jahr 1916 von Silvio Gesell und die Ausgabe der „Arbeitswertscheine“(mehr darüber später erzählt) im Jahr 1932 in dieser Serie eingeschlossen, um die Wichtigkeit der monetären Reform zu betonen.
Nachdem ging ich zum Unterguggenbergerinstitut, wo Michael Unterguggenberger früher wohnte. Frau Spielbichler bracht mich zum Stadtmuseum, um mir Fotos, Veröffentlichungen und andere Erinnerungen dieser historichen Erfahrung zu zeigen. 1932 gab Michael Unterguggenberger als Bürgermeister Wörgls sogenannte „Arbeitswertscheine” aus, um die locale Wirtschaft aufzufordern, und diese waren, sehr, sehr erfolgreich, überall wegen ihrer “Verälterung“(man würde 0,1 Schilling Stempel für eine 10-Schilling-Note kaufen, wenn man eine Note bis zum nächsten Monat hältet, also verliert monatlich die Note 1% ihren Nennwert). Obwohl diese Erfahrung von der österreichen Autoritäten im nächsten Jahr verboten war, ist sie noch heute als der größten Erfolg der Theorie Silvio Gesells bekannt.
Aber es ist noch wichtiger, dass es nicht nur historisch sei: Frau Spielbichler sagte mir ein bischen auch über den heutige Zustand in Wörgl. Diese Meilensteine, nicht nur von der Stadt(mit der Botschaft heutigen Bürgermeisters) sondern auch durch der Bank finanziert, die jene Initiative in 1930er Jahren unterstützte, sind eine gute Prüfung, dass die lokale Gemeinschaft noch heute sich an dieses Ereigniss erinnert. Das Institut sammelt Informationen über heutige Erfahrungen in Europa an, gibt Beratungen zu solchen, die ähnlichen Initiativen durchsetzen wollen, und spielt eine wichtige Rolle in der Einsetzung von I-motion, eine lokale Initiative, um Jugendlichen für soziale Tätigkeiten zu engagieren. Sie sagt mir, dass 2007 das „Freigeldjahr” sein werde und dass verschiedene Veranstaltungen(Ausstellungen, Theater…) gegeben werden.
(Errata: die Bank, die die Meilensteine finanzierte, ist nicht dieselbe, die die Initiative im Jahr 1932 unterstützte, sondern eine andere: Vielen Dank, Frau Veronika Spielbichler, für diese Information!)
Es ist für mich sehr schön, dass so viele Leute sich noch an dieses historische Ereigniss erinnert. Ich wünsche ihnen Alles Gute und weiteres Wachstum dieser Bewegung.
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